Projekt Chancen-Nest Ulrike v. Le Suire Kinder von Suchtkranken
Projekt
Chancen-Nest
Ulrike v. Le Suire
Mein Name ist Ulrike v. Le Suire.
Mit meinem Mann Reiner, der im Mai 2008 verstorben ist, habe ich viele Jahre gedanklich an diesem Projekt gearbeitet. Nach seinem Heimgang bekam ich innere Kraft und Motivation, das Haus Chancen-Nest in Kempten zu realisieren.
Ich selber bin Elektrotechnik/Nachrichtentechnik-Ingenieurin (FH) und Erzieherin. In den letzten Jahren habe ich viele ehrenamtliche Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, auch im Bereich Sucht, durchgeführt.
Da ich selber als Jugendliche mit Sucht konfrontiert wurde und durch entsprechende Therapien frei geworden bin, war es für mich ein großes Anliegen, meine Erfahrungen an Menschen weiterzugeben, die in ähnlichen Problemen steckten.
Dabei lag ein großer Schwerpunkt auf der Präventionsarbeit in Schulen. Meine Hauptzielgruppe war die 6. und 7. Klasse, da diese SchülerInnen an dem Punkt der Entscheidung stehen, wie sie im Freundeskreis mit Alkohol, Drogen etc. umgehen sollen. Zeitweise hatte ich Kontakt zu anderen Altersgruppen, in denen ich entsprechend altergemäß gearbeitet habe. Diverses Informationsmaterial und die Rauschbrille waren Mittelpunkt meiner Arbeit, die immer große Anerkennung fand.
Auch auf aktive Öffentlichkeitsarbeit legte ich sehr viel Wert. Entsprechende Arbeiten sind im Internet zu finden. 

Seit 2012 wohne ich nun in Bad Emstal. Dort renoviere ich ein altes Haus, welches jetzt zum neuen "Haus Chancen-Nest" geworden ist. Dabei berät mich mein Freund Karsten, der seit Beginn an ein eigenes Stück "Haus Chancen-Nest" bewohnt, in Bau- und Renovierungsfragen aufgrund seiner langjährigen Erfahrung. Er ist ebenfalls trockener Alkoholiker und ist ein Beispiel dafür, wie man sein Leben ändern und trotz Krankheiten und Schwierigkeiten zufrieden leben kann.
Miteinander wollen wir suchtfreies Leben gestalten und laden hierzu andere Menschen ein, uns auf diesem Weg zu begleiten.
Haus Chancen-Nest ist wie eine Oase, in der man seinen Durst nach Antworten  aus Vergangenheit, Gegegenwart und Zukunft stillen kann. Jeder hat seinen eigenen Bereich, der hier im Haus lebt, ein und aus geht, auf Besuch ist oder länger bleibt. Ziel des Ganzen ist es, einen alkoholfreien Lebensraum zu schaffen, in dem wir mit unserer Krankheit zufrieden - also mit Frieden im Herzen - leben können. In einer Zeit, in der innere Werte immer mehr ins Hintertreffen geraten, soll Haus Chancen-Nest eine neue Chance im Leben sein, die Defizite, die Traumatisierungen, die inneren Verletzungen auszugleichen und ein suchtfreies Leben zu ermöglichen. Dazu trägt jeder bei, der in diesem Haus ein und aus geht.
Haus Chancen-Nest bietet einen Raum, in dem jeder die Freiheit hat, so zu sein, wie er sein möchte, sich ausprobieren darf, eine zweite Chance haben darf. Daran zu arbeiten, ist eine besondere Herausforderung und benötigt neben aller Freiheit viel Kompromissbereitschaft. Kompromisse hören allerdings da auf, wo die persönlichen Werte und Räume des anderen verletzt werden. Hausregeln sollen dabei helfen, diese Art des Lebens zu ordnen. So ist Haus Chancen-Nest der Versuch, durch eine zweite Chance ein neues Leben mit gesunden Werten ausprobieren und erlernen zu können. Dabei spielt der Glaube an Gott/Jesus die wesentliche Rolle, ohne die so ein Projekt nicht möglich wäre.  Daraus erwachsen Kraft, Hoffnung und Liebe, die uns das Leben sinnvoll machen.
Besonders am Herzen liegt Haus Chancen-Nest die Einbeziehung von Partnern und Kindern oder anderen Angehörigen von Suchtkranken. Das Haus bietet Gesprächsmöglichkeiten und Hilfe zur Lebensbewältigung an.
Haus Chancen-Nest will auch die Bewohner unseres Ortes miteinbeziehen, sie aus ihrer Isolation holen und sie miteinander ins Gespräch bringen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung von Senioren, ihnen einen angenehmen Lebensraum zu geben und mit ihnen gemeinsam alt zu werden. Dazu erfahren Sie mehr auf der Seite "Haus Chancen-Nest"!


 
letzte Änderung: 18.08.2018